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Posts Tagged: 'deutsch'

Sep. 28th, 2009

Leseliste September

"Gender und Militär" von Ruth Seifert und Christine Eifler. Aufsatzssammlung. Länder: Ungarn, USA, Russland, Deutschland. Es finden sich auch einige Argumente zu Rasse/ethnischer Herkunft und sexueller Orientierung. Alles in allem ein interessantes Buch, das leicht zu lesen war. Manchmal ein wenig oberflächlich und leider schon etwas gealtert (ist mir besonders beim Artikel über das US-Militär aufgefallen, dessen Analyse mit den frühen 90ern endet).

"Good Omens" von Neil Gaiman und Terry Pratchett. Der Name war mir bekannt, aber die Prämisse klang nicht sonderlich versprechend. Gut, dass ich das Buch doch in einem Anflug von Verzweiflungskauf erstanden habe. Wirklich lustig.

"Helle Barden" und "Lord und Ladies" von Terry Pratchett. Die Beziehung zwischen Karotte und Angua kam m.E. aus heiterem Himmel. Entweder ich habe etwas komplett überlesen oder Pratchett hat es generell nicht mit Liebe/Sex.
Die Handlung bei "Lords und Ladies" hat etwas gelitten, weil der Hochzeit viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ehrlich mal, das war doch nicht interessant. Magrat und Wie-heißt-er-noch-mal sind doch die Schnarchnasen. Ansonsten bin ich aber ein großer Fan der Hexen.

++++

Hat jemand Lust eine Jeeves & Wooster Fanfic mit D/s-Dynamik beta zu lesen? Jeeves/Wooster, Bertie besucht die Verwandtschaft in London und versucht einen Stricher aufzugabeln. Der junge Mann ohne Jackett ist kein geringerer als Jeeves. (ca. 5000 Wörter) Ich habe keins der Bücher gelesen, nur jede Menge englische Fanfic, also ist die Fic stark fanon.

Sep. 8th, 2009

Bücher 2009 - russländische Novellen

"Dshamilja" von Tschingis Aitmatow. Wurde mir von meinem alten Deutschlehrbuch empfohlen. Eine 1958 geschriebene Novelle des Kirgisen Aitmatow. Spielt während des zweiten Weltkriegs in einer krigisischen Dorfgemeinschaft. Die Novelle war zusammen mit anderen Erzählungen in einem alten Band zusammengefasst, der noch zu DDR-Zeiten in den Siebzigern veröffentlicht wurde. Man hat die spezifischen moslemischen Bezeichnungen beibehalten, deshalb musste ich häufig hinten nachschlagen. Das hat mich bisweilen etwas gestört, aber gleichzeitig haben diese Namen auch in die fremde Kultur eingeführt. Die Geschichte ist so einfach erzählt, dass ich eigentlich nichts sagen will, nur: es geht um die Liebe.

"Tagebuch eines überflüssigen Menschen" von Iwan Turgenjew. Bis jetzt habe ich diese Novelle nur dem Titel nach gekannt, weil sie einem ganzem Literaturtyp den Namen gegeben hat. Ich dachte immer, dass dieses Tagebuch tatsächlich wenig Inhalt hat und man sich durch hunderte Seiten inneren Monologs quälen müsste, ohne dass etwas passiert. Aber das ist nicht der Fall. Der Mann, der schreibt, hat nur noch einige Tage zu leben und beginnt dieses Tagebuch. Wieder eine tragische Liebesgeschichte, aber auch ein interessanter Einblick in das Leben des russischen Landadels.

+++

"Kleine Geschichte Russlands" von Hans-Heinrich Nolte erklärt vielleicht, warum ich in den letzten Wochen soviel russische Literatur gelesen habe. Von der Bundeszentrale für politische Bildung rausgegebenes kleines Büchlein (ca. 550 Seiten) über Russland. (4 €, zu beziehen über bpb.de)
Ich habe jetzt erst begriffen, was es mit den zwei Bezeichnungen "russkij" und "rossijkij" auf sich hat. "Rossijkij" kann man mit russländisch übersetzen (wie in Russländische Förderation) und drückt aus, dass es sich um russische Staatbürger handelt, die nicht unbedingt ethnische Russen sein müssen. Das Buch ist jedenfalls sehr interessant, auch gut geschrieben. Ab und zu gibt es kleine Minibiografien von bedeutenden (oder unbedeutenden) Russen. Ein paar Karten und Tabellen gibt es auch, allerdings leiden die unter dem kleinen Format des Buches und sind in schwarz-weiß, deshalb ein wenig unleserlich zum Teil.
Es geht auch um das Alltagsleben der Menschen (z.B. was ein Bauer im 19.Jahrhundert gegessen hat). Dabei werden aber nie nur irgendwelche Infos widergegeben, sondern alles schön in einen Zusammenhang gestellt. Gut geschrieben.

Zitat: "Vielleicht liegt der dauerhafteste Beitrag Russlands zur Weltgeschichte in dem Menschenbild seiner Literatur - im Bild Bulgakows von Voland, dem Meister und Margarita, wie sie über die Dächer des stalinistischen Moskau reiten; in der Klage Anna Achmatowas über jenen Helden des Jahres 1913, der durch seine Mutlosigkeit alles versäumte, und der Mahnung Tolstojs, jeder Gewalt zu entsagen.
Und eben jener Geschichte Turgenews vom Spatzen, die davon handelt, dass die Liebe stärker ist als der Tod."

Aug. 19th, 2009

Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

Letzte Gelegenheit um noch Prompts beim ficathon_de abzugeben. Die Frist wurde auf heute Nacht verlängert und die Anzahl der abzugebenden Prompts auf 5 erhöht.

Aug. 12th, 2009

Eine neue Runde auf ficathon_de

Eine neue Runde wurde bei ficathon_de eingeläutet. Diesmal gilt es, bei den Prompts nicht einfach Schlagwörter anzugeben, sondern eine Ideen für ganze Romane vorzugeben. Die Schreiber dürfen sich dann eine Szene rauspicken.

Es sieht so aus, als würde ficathon_de wohl bei LJ bleiben, aber Prompts dürfen auch auf DW abgegeben werden. Diejenigen, die DW bevorzugt hätten, sollten das auch tun.

Mirror-Post auf LJ.

Ich habe mir die Prompts, die bis jetzt abgegeben wurden, angesehen. Manche Ideen (lesbisches Piratenschiff FTW) sind echt toll, aber viele sind leider für Fandoms, in denen ich mich nicht auskenne. Ich könnte zum Beispiel was für Winnetou schreiben, weil ich so ungefähr weiß, worum es geht, aber ich habe nicht mal die Filme gesehen.
Vielleicht Star Trek. Den neuen Film habe ich gesehen, Teile der alten Serie ebenso. Ich schätze, dieses Mal wird es schwierig.

Jul. 17th, 2009

Im Entefeckt bin ich umzingelt von Arschlöchern

Scheißwoche )
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Jul. 16th, 2009

Jerzy Buzek neuer Präsident des Europaparlaments

Wahl war am 14.7.09, gewonnen hat Jerzy Buzek (Europäische Volkspartei, EVP) mit 86% der Stimmen.

Joseph DAUL, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei, erklärte: "Wir haben kein Europa aus West- und Osteuropa, sondern ein einheitliches Europa, verkörpert durch das Symbol Jerzy Buzek, den neuen Präsidenten des Europäischen Parlaments".

Trotzdem wurde in der Wahlberichterstattung ständig darauf hingewiesen, dass Buzek ja aus Polen kommt. Jaja, das unbekannte Osteuropa.

Jun. 16th, 2009

Die kleinen Freuden des Alltags

1. Ich habe Zitronenkuchen gebacken und werde ihn heute anfangen. Hatte eigentlich geplant, welchen zum gemeinsamen Mensamittagessen mit einer Freundin mitzubringen, aber dann vergessen.

2. Mit besagter Freundin einkaufen gewesen bei "Ann Christine*". Dort eine auf 7 € herabgesetzte graue Strickjacke mit Eistütenaufdruck und eine 1 € Unterhose mit Fliegenpilzen drauf gekauft. Beide Teile in S, weil größere Größen nicht mehr da waren. Die Strickjacke kriege ich zwar zu, sieht aber komisch aus, also werde ich sie offen tragen.

3. Meine Paranoia war unbegründet. Meine kritischen Kommentare zum Einstellen von Fanfic und Inhalt wurden tatsächlich beachtet. Eine Fanficautorin hat sogar Teile ihrer Fic umgeschrieben, als ich sie auf einige logische Fehler/Fehlcharakterisierungen aufmerksam gemacht habe. So konnte ich die Fic, die ich vorher frustriert abgebrochen habe, noch zuende lesen.


* War schon einmal einer dort? Sie spielen die übliche Popmusik, aber zwischen den Liedern ertönt manchmal eine männliche Stimme, die den Namen "Ann Christine" flüstert. Bisschen gruselig, wenn man a) in der Umkleide stand und b) eventuell den Namen "(Ann) Christine" hat.

May. 24th, 2009

Wahlen 2009

Kommunalwahl und Europaparlamentwahl stehen an. Ich habe mich heute im Internet für die Briefwahl eingetragen, weil ich nicht weiß, ob ich am 7. Juni in meiner Stadt bin.

May. 21st, 2009

Rezension - Am Ende kommen Touristen

Ich habe bereits in einem alten IJ Eintrag versprochen, den Film vorzustellen, sobald ich ihn gesehen habe.

+Worum geht's?+

Ein Zivi namens Sven wird eine Stelle im Ausschwitzmuseum zugeteilt. Er muss bei der Vorbereitung von Veranstaltungen für Schüler helfen und ist außerdem für Krzeminski zuständig, der Restauratorenarbeiten für die Ausstellung erledigt. Krzeminski ist anfangs abweisend und später erfährt Sven dann, dass er selbst Gefangener des Lagers war. Dann gibt es noch eine Liebesgeschichte mit der Dolmetscherin Ania, die Sven die Stadt Ausschwitz zeigt und die Nachgeborenenperspektive vertritt.

+Was war gut? Was war schlecht?+

Ich fange mit dem Schlechten an, obwohl man das ja eigentlich nicht sollte. Es fiel mir schwer, mich in Sven hineinzuversetzen, weil mir seine Figur viel zu nichtssagend war. Er ist nicht trottelig oder dumm, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass er je seine eigene Meinung vertreten oder starke Gefühle gezeigt hätte. Alles passiert ihm irgendwie, aber es hinterlässt keinen sichtbaren Eindruck.

Ich fand es schade, dass die Beziehung zu Ania eine Liebesbeziehung wurde. Offenbar geht es nicht anders, wenn ein Mann und eine Frau auf der Leinwand auftauchen. Nicht, dass ich die beiden als Paar nicht überzeugend fand, aber die Beziehung hat meines Erachtens eher etwas vom Film weggenommen, als eine interessante Facette hinzuzufügen.

Wie der Titel schon sagt, beschäftigt sich der Film auch mit dem Auschwitztourismus. Es fängt sehr subtil an. Sven kommt vom Bahnhof (wobei schon das Geräusch der Züge eine bedrohliche Bedeutung annimmt) und wird mit dem Taxi zum Lager gefahren. Vor dem Lager steht ein "Herberge" Schild, überall sind Menschen in kurzen Hosen und T-Shirts und das Wetter ist so schön, dass die Sonne durch das Tor scheint.

Später werden dann auch Schülergruppen gezeigt, die durch das Museum laufen und dann an einer Diskussionsrunde/Gruppenarbeit teilnehmen, wo sie ihre stärksten Gefühle und Wünsche auf Karten schreiben sollen. Besonders diese Gruppenarbeit ist mir so richtig gegen den Strich gegangen. Erst einmal ist schon diese Herangehensweise scheiße. Von wegen: Wie habt ihr euch denn gefühlt? Als ob es um die Gefühle der Nachgeborenen geht! Und diese ganzen vorgefertigten, nichtssagenden Antworten, die dann kamen. Ohne Reflektion, natürlich. Ich fühle, also bin ich.
Damit soll jetzt nicht der Film kritisiert werden, der diesen ganzen Unsinn sehr subtil darstellt und niemals sagt: Kuckt euch diesen Blödsinn mal an!
Es gibt noch einige andere Szenen dieser Art. Einmal sieht man, wie Kohlköpfe praktisch vor den Toren des Lagers verkauft werden. In einer anderen Szene fahren Ania und Sven durch Ausschwitz 3 (für diejenigen, denen das was sagt) und Ania erklärt Sven, dass sämtliche Eigenheime dort stehen, wo früher die Barracken waren.
Ich habe mir von meiner Polnischlehrerin sagen lassen, dass es früher nicht so war. Selbst an das Hauptlager sind heute Eigenheime herangekrochen. Ich kann mir das echt nicht vorstellen. Wer will dort denn leben?

Die Darstellung der ambivalenten Beziehung zu den Deutschen hinterlässt ebenfalls Eindruck. Krzeminski macht sich mit Freunden darüber lustig, dass Sven keine Uhr hat ("Niemiec bez zegarka!") und als Sven versucht Anias Bruder zu erklären, was er in Ausschwitz macht und sich der Bruder nichts unter Zivildienst vorstellen kann, verkündet er seinen Freunden, dass die deutsche Armee wieder in Auschwitz ist.

+Sehenswert oder zum Vergessen?+

Der Film leidet unter dem schwachen Protagonisten, um den sich zwar die Handlung dreht, der aber nie richtig agiert. Die Idee war sehr interessant, andererseits beutet der Film den Mythos Auschwitz genauso aus wie die Tourismusbewegung, die er kritisiert. Ich bereue den Kauf nicht, habe aber auch meine Probleme mit der Aussage, die der Film machen wollte.
Es kommt mir so vor, als ob Filme heute dafür gelobt werden, wenn sie keine Stellung beziehen und so allgemein wie möglich gehalten werden. Das Ergebnis ist dann leider die völlige Verweigerung einer Stellungnahme. Häufig heißt es dann, dass das Publikum selbst entscheiden sollte, aber es besteht ein Unterschied zwischen dem Vorkauen stumpfer Parolen und der stumpfen Meinungslosigkeit.
Dieses ewige Runterziehen auf die menschliche, gefühlsbetonte Perspektive lässt offenbar keinen Raum mehr für echte Meinungen. Und das ist schade.